Leseproben


"Das Internet oder ich!" Seine schmalen Lippen zitterten vor Wut.
Sie benutzte die Nordic-Walking-Stöcke, die er ihr zum Geburtstag geschenkt hatte.
Zum ersten Mal und nicht adäquat, aber effizient.
Die Schweinerei auf dem Teppich würde sie später wegmachen.
Jetzt mussten die Blumen auf Facebook gegossen werden.



Ein paar Auszüge au meinem neuen Roman

Böses Karma

Blut tropfte von ihren Händen und begrub ein Fachwerkhaus unter sich.
Umgeben von dunklen Tannen und mit einem Geweih über der Eingangstür, an dem
schon der Zahn der Zeit genagt hatte, wirkte es wie ein Relikt vergangener Zeiten,
verlässlich und harmonisch. Doch in diesem Moment wurden seiner Schönheit
tiefe Verletzungen zugefügt. Wie gefräßige Amöben breiteten sich die dunklen
Flecke aus, vergrößerten und vermehrten sich, überzogen die weißen Quadrate des
Fachwerks ebenso rasch wie die schwarzen Holzbalken. Das Ebenmaß schwand und
zurück blieben die ausgefransten Reste einer Ruine.
Sie fürchtete sich wie selten zuvor. Das Bild strahlte eine dumpfe Bedrohung aus.
Sie wusste, dass sich ein Sturm zusammenbraute, bösartig und unaufhaltsam, der alles
verschlingen würde, was sich ihm in den Weg stellte.
Das Fenster stand offen, ein Sonnenstrahl verirrte sich hinein und ließ den goldenen
Hirsch am Rande der schwarzroten Finsternis wie ein Warnlicht aufblitzen. Vom Hals
abwärts floss Eiswasser ihren Rücken hinunter und ließ sie wie im Schüttelfrost
erzittern. Sie glaubte, ersticken zu müssen ...

... wie das Pariser Tor zu seinem Namen gekommen ist?"
Als Wallmeyer nickte, fuhr Kevin fort: "Der Franz hatte eine Jagdhütte, ziemlich
versteckt in den Wäldern. Als Alex und ich so vor vier oder fünf Jahren mal an
einem Sonntag dort Pilze gesammelt haben, da stand das Auto vom Alten vor der Tür.
Wir konnten von oben auf die Rückwand sehen, die hat so ein kleines Fenster zur
Böschung hin. Wir waren gerade am Überlegen, ob wir noch weitersuchen oder zu Alex’
Großvater in die Hütte gehen sollten, da kommt der Krampe vom Hubertushof angerannt
und brüllt schon von Weitem: Die Janette kommt! Die Janette kommt! Ich wusste erst
gar nicht, was das Geschrei soll, bis plötzlich das Fenster aufgeht und eine Frau
rausspringt, barfuß bis an den Hals, ihre Klamotten in den Händen. Sie saust die
Böschung hoch und in den Wald rein, glücklicherweise ohne uns zu sehen. Keine zehn
Sekunden später hält Janettes Auto vor der Tür. Krampe hat sie aufgehalten, bis Franz
rauskam. Der Alte war bereits Mitte sechzig, hatte aber offensichtlich immer noch Spaß mit
den Frauen. Der Alex war fix und fertig, können Sie sich javorstellen. Sein Opa mit
einer Frau in der Jagdhütte! War aber auch ein geiler Anblick! Rennt da plötzlich ’ne
nackte Ische durch die Büsche mit Titten wie ... mindestens XXL, würde ich sagen. Wäre
sie nicht die Geliebte seines Opas gewesen, Alex hätte den Anblick sicher auch genossen,
aber so ... Ich meine, dass sein Opa immer noch ... äh ... agil war, das hat ihn echt
geschafft. Hat den Rest des Tages kein Wort mehr gesprochen. Ich verstehe nur nicht ...



Wem diese Leseproben nicht genügen,
biete ich als kleines Bonbon
meine Kurzgeschichte 'Ach Liebling' als Hörprobe an.



Diese Audio-Datei wurde produziert von Krimikiosk-Verlag Petra Weber, Köln